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Großangelegte Tunnelübung im Selzthaltunnel am 17.10.2026

Im Zuge der Sperre des Selzthal-Tunnels wurde am Samstagabend eine groß angelegte, abschnittsübergreifende Einsatzübung durchgeführt. Als Übungsszenario wurde eine Massenkarambolage kurz vor dem Tunnelausgang der Südröhre angenommen.

Dabei geriet ein Pkw in Brand, wodurch es innerhalb kürzester Zeit zu einer starken Rauchentwicklung im Tunnel kam. Zusätzlich ereignete sich im entstandenen Rückstau ein weiterer Verkehrsunfall, bei dem ein Pkw auf einen Lkw auffuhr. Mehrere Personen wurden dabei teils schwer verletzt und mussten von den Einsatzkräften unter erschwerten Bedingungen gerettet werden.

Nach dem Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Selzthal wurde umgehend die Einsatzleitung errichtet und die Koordination der nachrückenden Kräfte übernommen. Während sich die Feuerwehren Selzthal und Rottenmann unter schwerem Atemschutz durch die verrauchte Südröhre bis zur Unfallstelle vorkämpften, rückten die Feuerwehren Ardning und Frauenberg über die als „gesund“ angenommene Nordröhre vor. Über einen Querschlag gelangten sie anschließend in die betroffene Südröhre und nahmen dort die Brandbekämpfung auf.

Nach Herstellung der Löschwasserversorgung wurde unverzüglich mit der Strukturkühlung des Tunnels begonnen, um eine Ausbreitung der Hitze und daraus resultierende Schäden an der Tunnelanlage zu verhindern. Gleichzeitig retteten die Einsatzkräfte die verunfallten Personen sowie weitere Personen, die sich in Fahrzeugen oder Notnischen befanden und dort eingeschlossen waren.

Für die medizinische Versorgung der insgesamt sechs teils schwer verletzten Personen, sowie die Betreuung und den Abtransport von weiteren 16 eingeschlossenen Tunnelbenutzern, stand das Rote Kreuz mit sechs Fahrzeugen und 17 Einsatzkräften bereit. Auch die Polizei unterstützte die Übung mit zwei Fahrzeugen und vier Bediensteten. Neben der Absicherung der Unfallstelle wirkten auch sie aktiv in der Einsatzleitung mit und unterstützten die Koordination der umfangreichen Schadenslage.

Das realitätsnahe Szenario stellte dabei hohe Anforderungen an alle beteiligten Organisationen. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die Abstimmung der einzelnen Einsatzabschnitte konnten unter nahezu realen Bedingungen trainiert und gefestigt werden.

Besonders deutlich zeigte sich die zentrale Bedeutung einer funktionierenden Kommunikation. Dies betrifft nicht nur die Zusammenarbeit mehrerer Feuerwehrabschnitte, sondern vor allem auch die organisationsübergreifende Abstimmung mit Polizei, Rettungsdienst, der Tunnelwarte und Vertretern der ASFINAG. Durch die Videoüberwachung des Tunnels konnten wertvolle Informationen über die Lageentwicklung gewonnen und der Einsatzleitung laufend zur Verfügung gestellt werden. Gerade bei komplexen Tunnelereignissen ist dieser Informationsfluss ein wesentlicher Faktor für eine rasche und koordinierte Einsatzabwicklung.

An der Übung beteiligten sich neben den beiden Abschnittsbrandinspektoren Roland Rohrer und August Gassner insgesamt fünf Feuerwehren mit zahlreichen Einsatzkräften, das Österreichische Rote Kreuz, die Polizei, die Tunnelwarte Ardning sowie 8 Vertreter der ASFINAG. Darüber hinaus machten sich auch der Leiter des Fachbereiches Katastrophenschutzplanung, Christian Gebeshuber, Katastrophenschutzreferent Stefan Schröck sowie dessen Stellvertreter Andreas Stuprich vor Ort ein Bild von der Einsatzabwicklung und den besonderen Herausforderungen bei einem Tunnelereignis.

Auch die Bürgermeisterin von Selzthal, Andrea Freisinger, nahm an der Übung teil, wobei sie sich dabei gewissermaßen „in der ersten Reihe“ befand. In ihrer Rolle als Unfallbeteiligte konnte sie das Einsatzgeschehen unmittelbar miterleben und sich einen direkten Eindruck von den Maßnahmen und der professionellen Zusammenarbeit der Einsatzkräfte verschaffen.

Die Übung lieferte auch dieses Mal wieder wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsätze und zeigte eindrucksvoll, wie entscheidend das Zusammenspiel aller beteiligten Organisationen für eine erfolgreiche Bewältigung von Tunnelereignissen ist.

Bei der Abschlussbesprechung zeigte sich die Übungsleitung mit dem Ablauf sowie der hervorragenden Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen sehr zufrieden. Im Rahmen der Nachbesprechung hatten sämtliche Einsatzorganisationen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Eindrücke und Erkenntnisse aus dem Übungsgeschehen einzubringen. Dabei wurden sowohl aus Sicht von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei als auch seitens der ASFINAG wertvolle Hinweise, Beobachtungen und einsatzrelevante Details diskutiert, die zur weiteren Optimierung der Einsatzabläufe beitragen können.

Besonders hervorgehoben wurde, dass die erfolgreiche Bewältigung der angenommenen Schadenslage nur durch eine enge und funktionierende Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen möglich war. Gerade bei komplexen Tunnelereignissen ist eine klare und laufende Kommunikation zwischen den Einsatzorganisationen, der Einsatzleitung und den Tunnelwarten eine der entscheidendsten Dinge während des Einsatzes. Nur durch einen raschen Informationsaustausch und abgestimmte Maßnahmen können derartige Schadensereignisse schnell, sicher und erfolgreich bewältigt werden.

Derartige Übungen sind daher ein wesentlicher Bestandteil der Einsatzvorbereitung. Sie ermöglichen es, Abläufe zu erproben, die Zusammenarbeit zu festigen und wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall zu gewinnen, um im Einsatzfall rasch, koordiniert und professionell Hilfe leisten zu können.

An der Übung nahmen insgesamt 117 Personen teil:

  • ABI Roland Rohrer
  • ABI August Gassner
  • Feuerwehr: 51 Mitglieder der Feuerwehren Selzthal, Rottenmann, Ardning Frauenberg, Phyrn
  • Österreichisches Rotes Kreuz: 16 Einsatzkräfte
  • Polizei: 4 Beamte
  • ASFINAG: 8 Mitarbeiter
  • Figuranten: 22 Personen
  • Beobachter: 16 Personen

Bericht und Bilder: LM d. V. Byörn Tschinkl/FF Hall & OBM Wolfgang Leitner/FF Rottenmann